eit je her erzählt man sich in Rottenburg und speziell in dessen Weinberggebieten, dass dort so manch unheimliches passiert.
Alles begann damit, dass eines Jahres die Rottenburger Winzer um den Ertrag ihrer Ernte gebracht worden waren. Die ganze Stadt rätselte ob dieser Tatsache und guter Rat war teuer. Auf des Rätsels Spur, fand man, naheliegend der Weggentaler Kirche, ausgebrannte Feuerstellen und große, alte - jedoch leere - Weinfässer.
Als sich dies im folgenden Jahr erneut wiederholte, machte sich ein tapferer Weinbauer auf, das Rätsel zu lösen. Er legte sich des nächtens auf die Lauer, um das mysteriöse Treiben zu beobachten. Stunden vergingen - und der Bauer hatte die Hoffnung schon fast verloren - als sich von Ferne her ein Rumpeln und Heulen bemerkbar machte. Es erschienen Kreaturen mit verzerrten Gesichtern, in gebückter Haltung auf Rebstöcke gestützt. Im fahlen Feuerschein, konnte er im Schlepptau der Gruppe, die großen Weinfässer auf Wägen gelagert, erkennen. Als sie ihn gewahrten kam große Aufregung und Wirrnis in die Gruppe. Der Winzer erschrak und wollte sich aus dem Staub machen. Aber gepackt von Angst und Schrecken, erstarrte er zur Bewegungslosigkeit.
Seit diesem nächtlichen Ereignis, benannten die Bürger die geheimnisvollen Kreaturen „Wengert Hexen“. Man munkelt im Städtle, dass der seit damals nicht mehr gesehene Winzer, in ihren Bann gezogen wurde und jetzt als Teufel gemeinsam mit den „Wengert Hexen“ sein Unwesen treibt. Auf dieser Legende aufbauend haben sich 1999 einige Bürger der Stadt Rottenburg zusammengeschlossen, um diese Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es entstand der Verein „Wengert Hexen Rottenburg 1999 e. V.“
Bis heute sind sich 25 jung gebliebene Hexen und ein Teufel ihrer stadtgeschichtlichen Bürde bewusst und lassen den Mythos jedes Frühjahr, mit Weinfass und Feuerkessel im Schlepptau, zu neuem Leben erwachen.